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Singen stärkt Immunsystem und hilft gegen Ängste
Studien belegen
positive Effekte auf Herzleistung
| "Singen
ist die natürliche Muttersprache des Menschen."
Doch das Singen ist zu einer Randerscheinung geworden: Es gibt weit mehr
Mitglieder in Fußball. als in Gesangsvereinen, und derjenige, der in
der Öffentlichkeit singt, zieht befremdende Blicke auf sich. |
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Dabei ist Singen, wie
aktuelle Studien belegen, ähnlich gesund wie regelmäßiger
Sport. Denn es ist mehr als nur
eine bloße Stimmbandaktion, sondern eine Aktivität, die den ganzen
Körper einschließt. |
| Lunge, Herz, Zwerchfell,
ja sogar die Bauchdecken-, Bein- und Gesäßmuskulatur sind daran
beteiligt, mit entsprechend positiven Effekten auf Herz und Kreislauf.
Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Organe, kombiniert mit dem
musikalischen Sich-Gehen-Lassen
und dem Gefühl, aus eigener Kraft kreativ etwas in die Welt einbringen
zu können, hilft außerdem dabei, psychische Spannungen abzubauen. Mit
anderen Worten: Singen ist eine
Stressbewältigung, ähnlich wie
autogenes Training. "Durch Singen bewältigen viele Menschen Angst,
Trauer und Stress." Wer singt, hat also deutlich bessere Chancen
auf psychisches Wohlbefinden. |
| Man kann den Gesang durchaus als Möglichkeit
betrachten, mit schweren psychischen Wunden aus der Kindheit klar zu
kommen. Hilfreich seien vor allem die "Come-together-songs"
aus den verschiedenen Kulturen, also nicht das einsame Solo, sondern das
gemeinschaftliche Singen im Chor. |
| Darüber hinaus zeigt Singen aber auch konkrete
körperliche Effekte. So fand das Stockholmer Nationalinstitut für
Gesundheit und psychosoziale Faktoren bei Berufssängern eine
Herzmuskelleistung, die man sonst von Dauerläufern gewohnt ist.
Amateursänger zeigten hingegen in erster Linie Hormonveränderungen. |
| So wurden während und nach den Gesangsproben
vermehrt entzündungshemmende Stoffe ausgeschüttet, sowie eine Substanz
namens Oxytocin. Dieses Hormon wird sonst bei Frauen während der
Schwangerschaft ausgeschüttet, um das Mutterschaftsverhalten
auszulösen, und es wird beim
Sex aktiviert, um für eine
Mischung aus Euphorie und Beruhigung zu sorgen. |
| Eine Studie belegt, dass Singen auch das Immunsystem
mobilisiert. Die Wissenschaftler untersuchten die Immunparameter eines
Laienchors. Die Sänger zeigten nach ihrer Probe deutlich verbesserte
Immunparameter, wie etwa einen Anstieg der Immunoglobuline im Speichel,
was für eine verbesserte Abwehrleistung
gegenüber grippalen Infekten
steht. |
| Beim Anhören von Musik zeigten die Chormitglieder kaum
Veränderungen in ihrer Immunleistung. Ein Hinweis darauf, dass Singen
das Immunsystem
trainiert, nicht aber das Hören
von Musik. |
von Werner Florschütz
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