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Wer singt, stärkt Körper und Seele

Aktiv im Chor zu singen stärkt das Immunsystem, fanden Forscher am Institut für Musikpädagogik der Universität Frankfurt am Main heraus. 

Die Wissenschaftler fragten Teilnehmer eines Laienchors vor und nach den Proben zu Mozarts Requiem nach ihrer Stimmung und maßen die Konzentration von Abwehrstoffen im Speichel. Das Ergebnis: Nach der Chorprobe fühlten sich die Sänger im Durchschnitt besser als davor, und die Konzentration eines bestimmen Abwehrstoffes, der vor Erkältungen schützen soll, war deutlich gestiegen.

Hörten die Sänger dagegen nur eine Aufnahme des Requiems, waren die positiven Effekte auf die Körperabwehr nicht zu erkennen.

Quelle: Senioren - Ratgeber aus der Apotheke
von der Vorstandschaft

Singen stärkt Immunsystem und hilft gegen Ängste




Studien belegen positive Effekte auf Herzleistung

"Singen ist die natürliche Muttersprache des Menschen." Doch das Singen ist zu einer Randerscheinung geworden: Es gibt weit mehr Mitglieder in Fußball. als in Gesangsvereinen, und derjenige, der in der Öffentlichkeit singt, zieht befremdende Blicke auf sich.
Dabei ist Singen, wie aktuelle Studien belegen, ähnlich gesund wie regelmäßiger Sport. Denn es ist mehr als nur eine bloße Stimmbandaktion, sondern eine Aktivität, die den ganzen Körper einschließt.
Lunge, Herz, Zwerchfell, ja sogar die Bauchdecken-, Bein- und Gesäßmuskulatur sind daran beteiligt, mit entsprechend positiven Effekten auf Herz und Kreislauf. Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Organe, kombiniert mit dem musikalischen Sich-Gehen-Lassen und dem Gefühl, aus eigener Kraft kreativ etwas in die Welt einbringen zu können, hilft außerdem dabei, psychische Spannungen abzubauen. Mit anderen Worten: Singen ist eine Stressbewältigung, ähnlich wie autogenes Training. "Durch Singen bewältigen viele Menschen Angst, Trauer und Stress." Wer singt, hat also deutlich bessere Chancen auf psychisches Wohlbefinden.
Man kann den Gesang durchaus als Möglichkeit betrachten, mit schweren psychischen Wunden aus der Kindheit klar zu kommen. Hilfreich seien vor allem die "Come-together-songs" aus den verschiedenen Kulturen, also nicht das einsame Solo, sondern das gemeinschaftliche Singen im Chor.
Darüber hinaus zeigt Singen aber auch konkrete körperliche Effekte. So fand das Stockholmer Nationalinstitut für Gesundheit und psychosoziale Faktoren bei Berufssängern eine Herzmuskelleistung, die man sonst von Dauerläufern gewohnt ist. Amateursänger zeigten hingegen in erster Linie Hormonveränderungen.
So wurden während und nach den Gesangsproben vermehrt entzündungshemmende Stoffe ausgeschüttet, sowie eine Substanz namens Oxytocin. Dieses Hormon wird sonst bei Frauen während der Schwangerschaft ausgeschüttet, um das Mutterschaftsverhalten auszulösen, und es wird beim Sex aktiviert, um für eine Mischung aus Euphorie und Beruhigung zu sorgen.
Eine Studie belegt, dass Singen auch das Immunsystem mobilisiert. Die Wissenschaftler untersuchten die Immunparameter eines Laienchors. Die Sänger zeigten nach ihrer Probe deutlich verbesserte Immunparameter, wie etwa einen Anstieg der Immunoglobuline im Speichel, was für eine verbesserte Abwehrleistung gegenüber grippalen Infekten steht.
Beim Anhören von Musik zeigten die Chormitglieder kaum Veränderungen in ihrer Immunleistung. Ein Hinweis darauf, dass Singen das Immunsystem trainiert, nicht aber das Hören von Musik.

von Werner Florschütz

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