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Der Volkschor pflegt die Tradition zweier Vereine:
des Gesangsvereins 1859 und des Arbeitergesangvereins 1901.
Es wird berichtet, dass sich bereits in den Jahren 1840 – 1849
sangesfreudige Männer zur Ausübung des Chorgesangs
zusammengefunden hatten, dass dieser "gefährliche"
Zusammenschluss (gleich den Turnvereinen) von der Reaktion jedoch
verboten wurde.
Lehrer Hildenbrandt gründete dann im Jahre 1859 mit 14 Sängern den
Gesangsverein 1859. Von den Gründungsmitgliedern waren der
damaligen älteren Generation noch bekannt: Heinrich Mock
(Schlaghüter), Isaac Rubel (Händler), und Wilhelm Becker (Landwirt
und Fuhrmann). Schon im Jahre 1861 konnte die erste Fahne geweiht
werden. Sie ist heute noch im Besitz des Vereins. Sie weist der
damaligen Zeit entsprechend viel Brokat, Metallfäden,
Metallplättchen und Metallknöpfe auf. Die auf der eine Seite
dargestellte Lyra hat richtige Saiten.
Nach mancherlei Schwierigkeiten im Verein übernahm Lehrer
Stilgenbauer die Dirigentenstelle. Mit der Gründung der chemischen
Fabrik Ottmann & Co. im Jahre 1880 begann in unserem Dorf ein
wirtschaftlicher Aufschwung, der sich auch auf das Vereinsleben
günstig auswirkte. Erwähnt sei hier die Tätigkeit des damaligen
rührigen Vorstandes Benedikt Hammel.
Im Jahre 1911 wurde die Feier des 50-jährigen goldenen Jubiläums,
verbunden mit Fahnenweihe, begangen: Festsaal Nic. Ruby, Festplatz
Brückenthal. Die Festrede hielt der ansässige Arzt Dr. Lang, die
Fahnenweihe nahm der Vorstand des Pfälzischen Sängerbundes und
Vizepräsident des bayerischen Landtages, Konrektor Dr.
Hammerschmidt aus Neustadt vor.
Bis zum Jahre 1914 entfaltete der Verein eine rege Tätigkeit. Aber
im Kriege schweigen alle Musen: Der Erste Weltkrieg brachte durch
fortlaufende Einberufungen das Vereinsleben nach und nach völlig
zum Erliegen. Und mancher sangesfreudige Mund wurde auf ewig stumm.
Im Jahre 1919 wurde unter Leopold Seeh als Vorstand und Lehrer Bumb
als Chorleiter die Vereinstätigkeit wieder aufgenommen. Es begann
ein neues, reges Leben. Liederabende, Sängerfahrten, Konzerte
wechselten im Laufe der Jahre miteinander ab. Großen Zuspruch
fanden stets die zur Tradition gewordenen Silvesterkonzerte mit
anschließendem Neujahrsball.
1935 konnte unter den prächtigen Fichten im Springenthal das
75-jährige Stiftungsfest würdig begangen werden, wobei Pfarrer
Rast die Festrede hielt.
Und dann kam der schreckliche Zweite Weltkrieg. Die Zahl der Sänger
wurde immer geringer, und schließlich erstarben die Lieder unter
dem Sirenengeheul und dem Bombenhagel. Und als endlich die Waffen
ruhten, die Gefangenen allmählich nach Hause kamen, die
Verhältnisse sich langsam konsolidierten und die Gesangstätigkeit
in anderer Form wieder auflebte, da fehlte mancher aus den Reihen
der alten Sänger.
Getragen durch den Aufstieg der Sozialdemokratie im Kaiserreich
wurde im Jahre 1909 ein Arbeitergesangverein gegründet.
Der erste Dirigent war Lehrer Gehm, der erste Vorstand Schrass. Im
Jahre 1912 konnte Fahnenweihe stattfinden, wobei Abgeordneter Profit
aus Ludwigshafen die Festrede hielt. Auch hier legte der Erste
Weltkrieg das Vereinsleben lahm, und nicht alle Sänger sahen die
Heimat wieder. Im Jahre 1919 lebte die Vereinstätigkeit wieder auf,
und unter Leonhard Ruby und Michael Böhm ging es mit neuer
Begeisterung vorwärts und aufwärts. Ein Besonderes Verdienst hat
sich Lehrer Friedrich Müller um den Verein erworben. Unter seiner
Stabführung und seinem immer neu belebenden Humor erreichte der
Verein eine hohe Stufe. Das Konzert "Die Wolgaschiffer",
Sängerfahrten und Teilnahme an Sängerfesten des Arbeitersängerbundes
in Saarbrücken und Speyer blieben noch lange im Gedächtnis der
Sänger. Im Jahre 1932 übernahm Musiklehrer Klahn die Chorleitung,
unter Jakob Scherer als Vorstand. Im Jahre 1933 wurde der
Arbeitergesangsverein verboten und aufgelöst, das Vermögen
beschlagnahmt.
Geprägt durch die Erfahrung der Vergangenheit begann der
Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg unter neuem Vorzeichen: Im
Jahre 1948 reichten sich der Gesangsverein 1859 und der
Arbeitergesangsverein die Hand, um von nun an unter dem Namen
"Volkschor Hochspeyer" gemeinsam dem Chorgesang zu dienen.
In den ersten Ausschuss wurden folgende Mitglieder gewählt:
1.Vorsitzender: Wilhelm Sauter;
2.Vorsitzender: Heinrich Hirschmann;
Kassierer: Konrad Sauter;
Schriftführer: Karl Rieder;
Beisitzer: Heinrich Ruby, Leonhard Ruby, Jakob Eberle, Heinrich
Bossert, Karl Latrell.
Zu Beginn stand der Verein vor dem wirtschaftlichen Nichts. Der
Flügel und sämtliches Notenmaterial waren ein Opfer des Krieges
geworden. Aber die rührige Vorstandschaft konnte mit zähem
Aufbauwillen die Schwierigkeiten überwinden. Sänger und
Sängerinnen konnten sich bald unter der Leitung des ersten
Dirigenten Lehrer Fluhr der Öffentlichkeit vorstellen. Seitdem hat
der Verein eine stetige Aufwärtsentwicklung genommen. Allzeit
herrschte ein reges Sängerleben. Bei zahlreichen Gelegenheiten im
Kreislauf des Jahres innerhalb der Heimatgemeinde wirkt der
Volkschor mit, ohne Ansehen der Partei und der Konfession, so seinem
Namen gerecht werdend. Viele Konzerte, Operettenaufführungen,
Familienabende und Sängerfahrten blieben noch lange in Erinnerung.
Vom 13. – 15. Juni 1959 feierte der Verein sein 100-jähriges
Jubiläum. Der Chor umfasste 60 Sänger und Sängerinnen. Es war ein
Höhepunkt in der Vereinsgeschichte.
Nach dem Fest legte der langjährige 1.Vorsitzende Wilhelm Sauter
die Vereinsführung in die Hände von Rudi Kurz. Dieser musste
wegen beruflichem Umzug schon nach einem Jahr den Vorsitz
niederlegen. 1961 wurde Oswald Mock zum 1.Vorsitzenden gewählt.
1966 nahm der langjährige Dirigent, Rektor Heinrich Jeblick, wegen
Krankheit seinen Abschied.
Im Januar 1967 übernahm Oberstudienrat Walter May die Leitung des
Chores. Unter seiner Leitung führte der Chor große Konzerte mit
Orchesterbegleitung auf.
Nach dem Weggang von Herrn May führte Klaus Kronibus für kurze
Zeit den Chor.
Im Sommer 1975 begann Hartmut Weisbrod seine Tätigkeit als
Chorleiter. Unter seiner dynamischen Führung zeigte sich der Chor
bei zahlreichen Auftritten innerhalb und außerhalb der Gemeinde als
Kulturträger, wobei auch das gesellige Leben nicht zu kurz kam.
Besonders erwähnenswert ist die Neugründung eines Jugendchores
unter der Leitung von Frau Ilse Barth im Sommer 1977, der immer
wieder das Publikum begeistert und auf viele junge Sänger eine
starke Anziehungskraft ausübt.
Sodann sind zu erwähnen die beiden Konzerte unter der Leitung von
Hartmut Weisbrod, die mit Solisten und Orchester beim Publikum
großen Anklang fanden. Auch das Jubiläumsjahr 1979 feierte der
Volkschor mit einer Veranstaltungsreihe.
1982 legte Hartmut Weisbrod die Chorleitung nieder.
Frl. Halfmann, die den Chor übernahm, musste bereits 1983 aus
beruflichen Gründen ihre Dirigententätigkeit beenden.
Seit September 1983 führte Herr Walter May den Chor. Unter seiner
Leitung stand ein Festprogramm im Jubiläumsjahr 1984. Die umfangreichen
Jubiläumsfeierlichkeiten fanden ihren Höhepunkt in einem Jubiläumskonzert unter Mitwirkung des Tenors Peter Prior aus Essen. Der
Verein erhielt das Wappenschild des Landes Rheinland – Pfalz.
Im Jahr 1986 musste der Jugendchor nach zweimaligem Dirigentenwechsel
wegen stark nachlassender Beteiligung seine Tätigkeit einstellen.
Nachdem Herr Walter May im Dezember 1987 die Chorleitung aufgegeben hatte,
übernahm Herr Martin (Enkenbach) dieses Amt, das er aus beruflichen
Gründen allerdings bereits im Dezember 1988 niederlegen musste.
Daher wurde das 130–jährige Vereinsjubiläum von Herrn Sàndor Kòsa
musikalisch gestaltet. Er hatte die Chorleitung bis zum März 1998 inne; dann
kehrte er aus der Pfalz in seine Heimat Ungarn zurück.
Seit Juni
1998 führt Ulrich Dörr musikalisch den Chor, der auch den im Januar '99 auf
seine Initiative gegründeten "Jungen Chor 'S(w)inging Generation'"
leitet.
Auch in der Vorstandschaft gab es einen Wechsel:
Oswald Mock, der seit 1961 ununterbrochen an der Vereinsspitze gestanden
hatte, gab im Jahr 2001 bei der Generalversammlung sein Amt ab; zu seinem
Nachfolger wurde Lothar Müller gewählt, der aus den Reihen des
"Jungen Chores" kommt.
Oswald Mock, aufgrund seiner Verdienste um den Verein im gleichen Jahr
zum Ehrenvorsitzenden gewählt, starb tragischerweise am 30.10.2001
infolge eines Unfalls bei Reparaturarbeiten am Sängerheim.
Die Zukunftshoffnungen der Vereinsführung und des Chorleiters beruhen auf
der erfolgreichen Arbeit im "Jungen Chor", der allein und im Zusammenwirken mit dem gemischten Chor eine wichtige Stütze des
Vereinslebens darstellt. Dies ist besonders wichtig, da auch der gemischte
Chor von den Auswirkungen der Krise des Chorgesangs in Deutschland
nicht verschont blieb.
Möge der Idealismus erhalten bleiben und alte und junge Menschen immer
wieder zusammenführen zur Sangestätigkeit!
SINGT DAS ALTE UND DAS NEUE
DIENT FRAU MUSIKA IN TREUE!**
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